Zwei Sagen -

                                                                        aufgeschrieben aus dem Ort Kraase
1.Einstmals lebte in der Umgebung von Kraase ein böser Räuber. Er soll "Heller" geheißen haben. 

Da, wo heute die Kirche noch steht, befand sich auch ursprünglich das Anwesen "Großen- Krase". Und genau dort führte auch der Weg durch die Feldmark, vorbei an einer Schlucht, durch den Wald nach  Varchentin und weiter nach Stavenhagen.

Hellerschlucht

 Räuber Heller soll nahe bei der Schlucht sein Versteck gehabt haben, um die vorbeiziehenden Handwerksburschen und Bauern, die Handelsleute und alle Fahrensleute überhaupt, bei Tage zu überfallen und auszurauben. Darauf wurde der Weg nur noch in der Dunkelheit der Nacht und unter strengster Ruhe benutzt. 

Aber Räuber Heller war nicht dumm, spannte geflochtene Teile über den Weg, an die er kleine Glöckchen band und merkte so, wann Leute den Weg passierten. So raubte er wieder und immer wieder und der einzige Weg wurde zu einer ziemlich beschwerlichen und manchmal auch gefährlichen Passage. Lange Zeit konnte so der Räuber sein Unwesen treiben. 

Darum heißt die von der Eiszeit hinterlassene, wildromantische Schlucht bei unserem Dorf Kraase heute noch immer: "Hellerschlucht".

2.Am Weg nach Groß Plasten liegen nahe einer heute nur noch am Fuße grünen alten Esche zwei Sölle.
Die ganz Alten haben erzählt, dass ihnen die noch Älteren eine wundersame Geschichte überliefert hätten:
Jedes Jahr in der Neujahrsnacht soll aus dem Wasser des einen Solls für Sekunden eine goldene Wiege auftauchen mit einem wunderschönen Kind darin.
Wer das große Glück hatte, diesen Moment abzupassen, dem waren für das neue Jahr Gesundheit und Glück beschieden.
Vielleicht taucht ja die Wiege noch einmal auf ?